Die Insel liegt 7 Seemeilen nördlich von Heraklion, ein Kalksteinrücken von etwa 12 Quadratkilometern Fläche, unbewohnt und einer lokalen Legende nach als versteinerte Eidechse geformt, die von Zeus in Stein verwandelt wurde. Vier tiefe Buchten säumen ihre Südflanke – Agios Georgios, Kapari, Panagia und Agrielia –, jede durch den Meltemi geformt, der jeden Sommer durch den Kanal fegt. Antike Quellen berichten von einem minoischen Ankerplatz; römische und byzantinische Scherben wurden aus dem Flachwasser geborgen. Eine Kapelle des Heiligen Georg steht einsam über der größten Bucht, weiß getüncht und selten besucht. Nichts anderes wurde seit Menschengedenken auf der Insel gebaut.
Was heute zählt, ist das, was fehlt. Dia wurde zum Natura-2000-Gebiet erklärt, und die gesamte kleine Insel dient als Zufluchtsort für die kretische Wildziege, die Kri-Kri, die hier wieder angesiedelt wurde, als deren Bestände auf dem Festland einbrachen. Eleonorenfalken nisten in den nördlichen Klippen. Mönchsrobben, eine der seltensten Meeressäugerarten Europas, nutzen die Meereshöhlen entlang der ungeschützten Küste. Der Eintritt kostet 0 EUR; die Insel ist unbewohnt und hat keine Tore oder offiziellen Eintrittsgebühren, daher sind die einzigen Kosten eines Dia-Insel-Bootsausflugs die Überfahrt selbst.
Diese Überfahrt hat verschiedene Formen. Ein Dia-Insel-Bootsausflug von Heraklion startet vom venezianischen Hafen und überquert das Meer in unter einer Stunde. Abfahrten, die als Dia-Insel-Bootsausflug von Hersonissos vermarktet werden, nehmen eine längere östliche Route. Pauschalreiseanbieter listen die Überfahrt als Dia-Insel-Bootsausflug TUI-Produkt, während unabhängige Skipper einen Dia-Insel-Tagesausflug mit zwei oder drei Badestopps anbieten. Segelbedingungen, nicht Fahrpläne, entscheiden über den Reiseverlauf.
Die Geologie erklärt das Wasser. Dias Kalkstein filtert statt Schlamm ab, und da es keine Flüsse, keine Landwirtschaft und keinen Abfluss durch Siedlungen gibt, übersteigt die Sichtweite in den südlichen Buchten regelmäßig zwanzig Meter. Das Schelf fällt hinter den Buchten steil ab, weshalb die archäologische Debatte über Cousteaus Hafenmauern ungeklärt bleibt: Ein Teil der Beweise liegt in Tiefen, die Sporttaucher selten erreichen. Vom Deck eines Dia-Insel-Bootsausflugs aus betrachtet, wirkt die Insel wie kahler Fels und dornige Phrygana. Vom Wasser aus betrachtet, ist sie eine der am wenigsten gestörten Küstenlinien der Ägäis.